Die ersten 30 Tage: was Sie konkret als Geschäftsführung tun.

Wer feststellt, dass die eigene IT-Governance entweder fehlt oder erstickt, neigt zur Großreaktion. Ein Projekt aufsetzen, einen Berater engagieren, ein Framework einführen. Das ist fast immer zu groß und zu früh.
Die ersten 30 Tage sollten der Standortbestimmung gehören, nicht der Reform. Drei Schritte reichen.
Erstens: eine ehrliche Auflistung der bestehenden Governance-Aktivitäten. Welche Berichte werden erstellt? Welche Freigaben laufen? Welche Reviews finden statt? Ohne Bewertung, ohne Auswahl. Eine reine Inventur.
Zweitens: zu jeder Aktivität eine einzige Frage: Welche Entscheidung oder welches Risiko wird durch sie tatsächlich beeinflusst? Wer hat den letzten Bericht gelesen? Welche Folge hat eine fehlende Freigabe? Wenn die Antwort „keine" oder „weiß nicht" lautet, ist der Befund eindeutig.
Drittens: eine zweite ehrliche Liste – diesmal nicht, was es gibt, sondern was es nicht gibt. Wer trifft welche IT-Entscheidung, ohne dass es irgendwo dokumentiert ist? Welches Risiko trägt das Unternehmen, das nirgendwo erfasst wird?
Aus dem Verhältnis dieser beiden Listen – was steht da und wirkt nicht, was fehlt und wäre wichtig – ergibt sich der echte Handlungsbedarf. Selten ist er groß. Aber er ist meist anders, als das große Framework-Projekt suggerieren würde.
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