Warum gut gestartete Piloten beim Rollout scheitern.

Ein Pilot ist eine kontrollierte Umgebung. Engagierte Anwender, frischer Support, kurze Wege zur Projektleitung. Genau diese Bedingungen verhindern, dass der Pilot über das echte Verhalten der Organisation etwas aussagt.
Beim Rollout wechseln die Vorzeichen. Anwender werden zugeordnet, nicht ausgewählt. Support läuft über die regulären Kanäle, nicht über den Projektchat. Vorgesetzte priorisieren Tagesgeschäft, nicht das Einüben. Schnittstellen treffen auf Datenbestände, die der Pilot nie gesehen hat. Was im Pilot funktioniert hat, war oft Engagement – nicht das System.
Die ehrliche Übersetzung: Ein Pilot beweist Machbarkeit, nicht Adoption. Wer das eine mit dem anderen verwechselt, baut die Misserfolgskurve schon in den Projektplan ein. Vor jedem Rollout gehört eine kleine Frageliste auf den Tisch. Welche Bedingungen des Pilots existieren beim Rollout nicht mehr? Welche werden ersetzt, welche müssen kompensiert werden? Und wer ist nach dem Pilot zuständig dafür, dass das System auch ohne Projektaufmerksamkeit genutzt wird?
Wer diese Fragen vor dem Rollout beantwortet, bekommt Adoption. Nicht Aktivität.
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