Akzeptanz misst man, bevor das Problem auf den Tisch kommt.

In vielen IT-Einführungen wird Akzeptanz erst zum Thema, wenn ein Fachbereich offen widerspricht. Bis dahin gilt das System als „eingeführt". Diese Lücke zwischen formaler Einführung und tatsächlicher Nutzung ist die teuerste Stelle in jedem Adoptionsprojekt.
Drei einfache Kennzahlen reichen, um die Lücke früh sichtbar zu machen. Erstens: aktive Nutzung pro Anwender und Woche – also nicht Logins, sondern abgeschlossene Vorgänge im System. Zweitens: Anteil der Geschäftsvorfälle, der den dafür vorgesehenen Prozess tatsächlich durchläuft. Drittens: Anzahl der Workarounds, die parallel weiterleben – Excel-Tabellen, Schattenlisten, mündliche Absprachen. Diese letzte Zahl wird man nicht im System finden; sie kommt aus Gesprächen, nicht aus Dashboards.
Wer diese drei Zahlen im ersten Quartal nach Go-Live wöchentlich auf einen DIN-A4-Bogen schreibt, sieht das Akzeptanzproblem zwölf Wochen früher als jede Anwenderbefragung. Und: man sieht es so klar, dass die Gegenmaßnahme noch im Budget des Projekts steckt.
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