Was nach Go-Live wirklich passiert – und was geplant gehört.

Die Adoptionskurve nach einer IT-Einführung hat einen vorhersehbaren Verlauf. Erste Woche: hohe Aufmerksamkeit, viele Rückfragen, gefühlte Nutzung. Zweite bis vierte Woche: die Routinearbeit kommt zurück, der Reiz des Neuen lässt nach, parallele Wege wirken plötzlich attraktiver. Sechste bis zwölfte Woche: das Tal. Die alten Workarounds verfestigen sich, die Frustration über kleine Reibungspunkte wächst, ohne dass jemand das offiziell adressiert. Hier wird die Adoption gewonnen oder verloren.
Was an dieser Stelle geplant gehört, ist keine Eskalation. Es ist eine kleine, ruhige Betreuungsphase. Eine feste Person, die wöchentlich in den Fachbereich kommt – nicht für Trainings, sondern für Hör- und Korrekturzeit. Eine Liste der drei häufigsten Reibungspunkte, die innerhalb von zehn Tagen behoben werden. Eine Schwelle, ab der ein Workaround als Hinweis auf einen Systemfehler gilt, nicht als Disziplinproblem.
Ohne diese Phase fällt die Kurve weiter. Mit dieser Phase steigt sie ab Woche zwölf und erreicht das produktive Niveau um Monat sechs. Adoption ist kein Termin. Sie ist ein Prozess mit Zuständigkeit.
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